Gesetze der Homöopathie

Gesetze der Homöopathie

Das MiasmaDSC03636

lässt sich mit der genetischen und epigenetischen Belastung eines Menschen vergleichen. Jeder Mensch erbt von seinen Vorfahren eine Konstitution. Diese reichert sich im Laufe des Lebens mit den Lebens-Erfahrungen, den durchgemachten Krankheiten und Unfällen an. Dieses Gesamtpaket unterteilen wir Homöopathen in die Miasmen. Jedes Miasma zeichnet sich durch unterschiedliche Konstitutionsmerkmale aus.

Die Lebenskraft

sorgt für eine innere Harmonie zwischen Geist und Körperorganen. Die Lebenskraft ist ein grosser Energiespeicher und weder fassbar noch messbar. Sie lässt sich am ehesten mit unserem Immunsystem (Abwehr) vergleichen. Selbst unter schlimmen Belastungen wie dem Verlust des Arbeitsplatzes oder einer schlimmen Krankheit, versucht die Lebenskraft unser inneres Gleichgewicht zu halten. Gelingt ihr das nicht mehr, sendet sie uns (Krankheits-) Symptome. Diese sind die Hilferufe einer geschwächten Lebenskraft. Nimmt man sie nun nicht ernst, können sich daraus ernsthafte gesundheitliche Störungen entwickeln.

Unter diesem Gesichtspunkt lässt sich nun auch verstehen, dass chronischer Ärger, Stress oder Streit auf Dauer schwächen und den Menschen anfällig für Beschwerden machen. Auch ein Schockerlebnis kann die Lebenskraft dauerhaft schwächen. Deshalb ist es wichtig, dass zur Lebenskraft Sorge getragen wird, sodass sie stark bleibt und frei fliessen kann. So bleiben Körper, Geist und Seele in Harmonie und Einklang. Wir fühlen uns wohl in unserer Haut, wir denken klar und haben genug Energie für die Anforderungen des Lebens.

Die Homöopatie unterstützt mit ihren Arzneien die Lebenskraft in ihrer Selbstheilung.

Die Individualisation

ist entscheidend für die Mittelwahl und für die Dosierung der homöopathischen Arznei. Das geeignete Heilmittel muss die Gesamtheit der Symptome des Patienten umfassen auch die Causa (auslösende Ursache wie Schock, Trauma, verdorbenes Essen usw.) abdecken .

Beispiel: „Haben Sie ein Mittel gegen Schnupfen?“ „Nein, aber ich verschreibe Ihnen gerne ein Mittel, dass Ihnen hilft, wieder gesund zu werden.“ , ist die korrekte Antwort der Homöopathin, des Homöopathen. Der Schnupfen des einen Patienten kann sich grundlegend vom Schnupfen eines anderen Patienten unterscheiden. Für die Mittelwahl ist es deshalb wichtig, die genauen Symptome des Schnupfens einzugrenzen. Ist es schlimmer nachts oder draussen, bessert er im Liegen oder an der frischen Luft? Solche und ähnliche Fragen charakterisieren das Individuum und sind entscheidend, um die für den Patienten geeignete Arznei zu finden. Je seltsamer und spezieller ein Symptom ist, desto wertvoller ist es für die Mittelfindung (wenn starke Bauchschmerzen durch das Essen von schwerverdaulichen Dingen wie Nüssen bessern).

Ähnlichkeitsgesetz

Similia similibus curentur (Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden). Dieses Gesetz war bereits Hippokrates und Paracelsus bekannt. Hahnemann war jedoch der erste, der dieses Gesetz zu einer eigenständigen Heilmethode entwickelte.

Das Gesetz besagt, dass ein Heilmittel die Fähigkeit haben muss, in einem gesunden Menschen die selben Symptome hervorzurufen, die es bei einem kranken Menschen heilen soll. So wird beispielsweise die Arznei Coffea (Kaffebohne) Nervosität, Zittern, Schlaflosigkeit und Reizbarkeit heilen. Symptome, die die Kaffeebohne bei einem gesunden Individuum verursachen kann.

Kleinstmögliche Dosis

Homöopathisch potenzierte Arzneien zielen nicht darauf ab, Bakterien oder Viren zu beseitigen. Im Gegenteil, sie stärken die Lebenskraft, damit diese die auslösende Ursache selbst beseitigen kann.

Eine physische Krankheit ist Ausdruck einer Krankheit auf der dynamischen Ebene. Aus diesem Grund genügen minimale Dosen einer Arznei. Solange die Besserung anhält und das Individuum sich besser fühlt, wird die homöopathische Arzneigabe nicht wiederholt. Erst wenn die Besserung ausbleibt oder sich ein neues Symptomenbild entwickelt, wird die Abgabe einer nächsten Dosis einer Arznei geprüft. In der Homöopathie wollen wir die Ähnlichkeit auf der dynamischen Ebene (der Kraft) erreichen und nicht mittels materieller Masse.

Die Heilmittel der Schulmedizin wie beispielsweise Schlaftabletten oder Schnupfenmitteln wirken materiell. Sie sind nicht potenziert und deshalb nicht in der Lage, die dynamische Ebene eines kranken Individuums zu erreichen. Aus diesen Grund muss die Einnahme – beispielsweise von Schlaftabletten – immer wiederholt werden.

Arzneimittelprüfung

Homöopathische Arzneien werden an gesunden Menschen geprüft. Ein Tier könnte gewisse Symptome wie „Angst wird im Herzen verspürt“ oder „drückende-stechende Schmerzen“ nicht ausdrücken.

Nach der Arzneimittelprüfung werden die verschiedenen Symptome der Prüflinge miteinander verglichen. Übereinstimmende Symptome gesammelt und wiesen auf das neue Arzneimittelbild hin. Zeigt nun ein Patient die gesammelten Symptome einer Arznei(mittelbildes), kann ihm dieses homöopathische Mittel zu einer Besserung seiner Beschwerden verhelfen.

Potenzierung

Hahnemann stellte fest, dass die damals von der Schulmedizin verordneten Medikamente viele Nebenwirkungen verursachen (z.B. Chinarinde). Deswegen begann er die Medikamente zu verdünnen. Bei jedem Verdünnungsschritt schüttelte er auch den Glasbehälter. Diesen Vorgang nannte er Potenzierung oder Dynamisierung. Er verdünnte immer weiter, bis nichts mehr von der ursprünglichen Substanz vorhanden war. Geblieben war einzig die Heilwirkung der nun sogenannt potenzierten Arzneien.

Diese Arzneien testete er jahrzehntelang an Kranken und erzielte damit grosse Erfolge (z.B. Cholera-Epidemie 1831-1832). Durch die Potenzierung verringerten sich die Nebenwirkungen , aber zugleich verstärkte sich die Wirksamkeit der Arznei.

Einzelmittel versus Komplexmittel

In der klassischen Homöopathie wird mit einer einzigen Arznei gearbeitet, welche die Totalität der Symptome des Patienten abbildet.

Die häufig frei verkäuflichen Komplexmittel basieren nicht auf den homöopathischen Gesetzen. Sie enthalten mehrere homöopathische Arzneien und können, über einen längeren Zeitraum eingenommen, zu einer unerwünschten Arzneimittelprüfung führen. Oft bleibt auch der gewünschte Erfolg aus.

 

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